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15. Dezember 2017

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Bücher abgreifen - oder unterstützender Fan sein?
(oder: Warum ich kostenlose Rezensionsexemplare ablehne)
 
Liebe Leserin / lieber Leser, evtl. stimmst Du mir nicht in jedem Punkt zu. :)

Bitte nur dann weiter lesen, wenn Du andere Meinungen ertragen kannst!

Der Text stellt meine persönliche Meinung dar.
Ich möchte Dich NICHT 'bekehren', sondern erklären,
warum ich kostenlose Rezensionsexemplare ablehne.


Vorgeschichte
Vielleicht fielen Dir (z.B. auf Twitter) kürzlich einige Diskussionen zum Thema Rezensionsexemplare auf?

In mehreren Artikeln meldeten sich auch Buchbloggerinnen und Autorinnen sehr engagiert zu Wort:

Einer der Auslöser war die erschreckende Tatsache, dass manche Leute wohl hingingen und die ihnen von Verlagen vor der offiziellen Veröffentlichung des betreffenden Buches zum Rezensieren gesandten Werke sehr rasch, z.B. per eBay, zum Kauf anboten, obwohl dies für Rezensionsexemplare normalerweise untersagt ist.

Andere Leute verteilten vorab zur Rezension erhaltene eBooks blitzschnell in Online-Foren, wo sich die Fans darauf stürzten ... wobei in mindestens einem Fall nach einer solchen 'Gratisrunde' die tatsächlichen Verkauferlöse derart zurück gingen, dass der Verlag der Autorin die vorher in Aussicht gestellte Fortsetzung der Buchreihe aufkündigte.

Dazu hier meine Begriff-Definitionen

1. Fan sein:
Als "Fan" einer Autorin oder eines Autors sehe ich jemanden, die oder der begeistert von der feinen Schreibe ist, fröhlich auf Fortsetzungen wartet, neue Ideen aus dieser Feder spannend und hinschauenswert findet ... und insgesamt ein positives Verhältnis anstrebt, das von dankbarer Freude geprägt ist.

2. Fair sein:
Als "faire Leserin oder fairen Leser" betrachte ich jemanden, die oder der gerne dazu beitragen möchte, dass die Schreibenden ihr Honorar erhalten und mit Freude weiterhin ihre schönen Werke zaubern können.

3. Egozentriker
Für "Egozentriker" halte ich Menschen, denen der eigene (oft eher kurzfristig gedachte) Nutzen so wichtig ist, dass sie wenig bis gar keine Gedanken an die Folgen ihres Handelns 'verschwenden' und sich z.B. als Lesende wenig bis gar nicht dafür interessieren, ob ihr Handeln den Schreibenden nützt oder schadet.

3.1 gedankenlose Egozentriker
Als "gedankenlose Egozentriker" sehe ich Menschen, die aus mangelnder Weitsicht und/oder aus Unkenntnis nicht sehen, dass ihr Handeln sich negativ auf andere Menschen auswirkt.

3.2 egoistische Egozentriker = bewusste Egoisten
"Bewusste Egoisten" sind für mich Menschen, die egozentrisch denken und handeln und dies ganz genau wissen, also nicht durch Unwissen oder Gedankenlosigkeit, sondern durch bewusst(!) rücksichtsloses Handeln den Schaden anderer in Kauf nehmen - Hauptsache, sie bekommen Viel für wenig oder gar kein Geld.

Meine Einstellung zu geschätzten Autorinnen und Autoren

Ich sehe mich als fröhlichen Fan und bin nicht nur aus Fairness, sondern meist ebenso aus der Hoffnung auf weitere Werke, sehr gerne bereit, den Einsatz der Schreibenden auf drei Arten zu honorieren:

* Erwerb der Bücher zum regulären Preis
  idealerweise direkt von der Autorin / dem Autor
    Ziel: Viel soll bei den Schreibenden ankommen!
* Rezensieren geschätzter Werke im Blog,
  auf Amazon, oder per Mundpropaganda
    Ziel : Fördern der Werke, die ich ohne Einschränkung empfehle!
* Mut-machende Unterstützung der Schreibenden, z.B. als Testleser
    Ziel : Hoffnung geben und konkret mithelfen!

Abgrenzung: Was ich ablehne!

* Ich rezensiere KEINE Werke, die ich nicht völlig gut finde.
Dies ist eine (vermutlich etwas 'schräge') Ansicht von mir, da ich gerne NUR auf Bücher aufmerksam mache, die ich super-gut finde und ohne Einschränkung empfehle.
Natürlich verstehe ich andere Meinungen und mag es, auf anderen Blogs auch Rezensionen z.B. mit Sternchen-Bewertungen zu lesen und sie dankbar ernst zu nehmen ... bloß selber mache ich es halt anders. :)

* Nur im 'Notfall' kaufe ich gedruckte Bücher bei Amazon, da Amazon sich satte 50 Prozent des Geldes greift, d.h. es kommt nach allen anderen Abzügen normalerweise weniger Geld bei den Schreibenden an, als wenn ich es direkt bei ihnen kaufe, oder direkt beim Verlag, oder in meiner Lieblingsbuchhandlung.

* Kostenlose Rezensionsexemplare anzunehmen widerspricht meiner innersten Überzeugung, da ich die Schreibenden aktiv fördern und ihre Arbeit in vollem Umfang honorieren will.

Zweiter Grund meiner ausnahmslosen Ablehnung solche Rezi-Bände:
Egal, ob der Verlag sie verschenken will, oder die Autorin sie mir anbietet, läuft es doch immer auf eine mir unangenehme Denke hinaus:
»Ich schenke dem das Buch, und er fühlt sich dann hoffentlich 'moralisch verpflichtet', über eventuelle Mängel hinweg zu sehen und (zumindest auf Amazon) eine super Rezension einzugravieren!«

Ich spielte dabei nie mit und will es auch in Zukunft nicht tun!
Meine (wie gesagt, immer sehr positiven) Rezensionen sind Ausdruck meiner echten Begeisterung und des Wunsches, SEHR GUTE Bücher zu fördern. :)


Was tue ich also, wenn mir ein Buch nur halbweg gefällt, oder ich es 'gruselig schlecht' finde:

Ich rezensiere es NICHT, sondern sehe mir die Autorin oder den Autor an und überlege, ob ich es für aussichtsreich halte, Kontakt aufzunehmen und meine Bedenken zu erklären: Gerne bin ich bereit, durch ehrliches Feedback (ohne öffentliche 'Klage') jemandem die Chance zu geben, das Werk evtl. nochmals zu überarbeiten, z.B. für eine nächste Auflage, oder meine Hinweise zu ignorieren und der Meinung zu sein, dass ich es falsch sehe.

:)

Danke für Deine Aufmerksamkeit.
 
 

 #gedanken #kostenlos #achtung #anerkennung #honorieren #honorar

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